visuelle Harmonielehre

 

 

Die visuelle Harmonielehre ermöglicht einen schnellen Überblick über alle Akkorde und Tonleitern und  macht die Zusammenhänge dieser sichtbar.

Sie ist für alle Stile unseres Tonsystems geeignet und steht für Tasteninstrumente und Saiteninstrumente zur Verfügung.

Ob Pop, Rock, Jazz oder klassischer Stil –

entfalte Deine Kreativität ab der ersten Minute.

 

Ziele und Möglichkeiten:

  • Sofortiges Improvisieren in allen Tonarten möglich
  • Alle Akkorde und Skalen in allen Tonarten im Überblick
  • Zusammenhänge der Akkorde und mögliche Melodietöne ersichtlich
  • Schnelles erlernen von Begleitungen mit Akkordsymbolen
  • Analyse von Musikstücken
  • Transponierbarkeit
  • Modulieren

Schritt 1:

Erste Improvisation Stelle die Klavierleiste (abgekürzt: KL) mit der Vorderseite (ohne schwarze Balken) hinter die Tasten

und positioniere den Grundton (hellgrün I ) exakt über eine beliebige Taste – die weiteren Symbole und Farben zeigen dir, welche Töne zu dieser Tonart passen. Mache dich mit dieser Tonart vertraut und spiele solange es dir Spaß macht.

Ändere die Position und experimentiere erneut.

Schritt 2:

Improvisation mit Begleitung in Fis-dur

Positioniere den Grundton (hellgrün I ) exakt über die Taste Fis (erste schwarze Taste der Dreiergruppe von links)

Begleitung:

Die Akkordfolge der Begleitung lautet:
 Gis-7 / Cis7 /Fis j7 / Fis j7 /Eis-7b5 /Ais7 /Dis-7 / Dis7

 Wenn du mit der Rhythmik noch unsicher bist, beginne anfangs mit klaren vierteln. Spiele nur auf die Zählzeiten 1, 2, 3, 4.
Wenn du damit sicher bist, spiele Achteln. 1 und 2 und 3 und 4 und (Achte darauf, dass die „und“ wirklich zwischen den Zählzeiten (zb.: 1 und 2) ist, und diese nicht ersetzt.

Metronom verwenden hilft!

Wenn du dich mit 4teln und 8teln vertraut fühlst, beginne diese abzuwechseln und vergiss nicht auch Pausen zu machen oder Töne langer klingen zu lassen – zb: Halbe (klingen über zwei 4tel ).

Musik hat viel mit Sprache zu tun – oder noch besser: mit Singen. Wähle anfangs eher kurze Phrasen – sowie ein Satz ohne Beistrich. Mache dann eine Pause und beginne dann mit einer neuen Phrase.  

Improvisation mit Begleitung in As-dur (Bossa Nova)

Positioniere den Grundton (hellgrün I ) exakt über die Taste As (mittlere schwarze Taste der Dreiergruppe)

Die Akkordfolge der Begleitung lautet: Bes-7 /Es7 /As j7 / As j7 /G-7b5 /C7 /F-7 / F7 /     

 

avoid note Wenn du mit der Rhythmik jetzt schon sicherer bist und mehr auf den Charakter der Töne hörst, wird die eventuell auffallen, dass der Ton „des“ (dunkelgrünes Symbol mit: IV) im dritten Takt (As j7 – Ruheakkord) „falsch“ klingen kann.

Vorallem beim Beat (1,2,3,4) – als Vorhalt und dann in die Terz (Violettes Symbol mit: III) auflösen klingt gut. Im englischen Sprachraum ist man nicht so streng und sagt: falsch –  sondern: zu vermeidende Note – avoid note

Schritt 3:

Die ersten Akkorde

Drehe die KL um und ordne die schwarzen Balken den Schwarzen Tasten am Klavier zu.

Da die Jazzkadenz am Anfang sogar leichter ist, als die Klassische Kadenz, beginnen wir mal mit dieser. Die Zahlen 1, b3 usw. beschreibe ich zu einem späteren Zeitpunkt .  

 

 

Der erste Akkord ist der Spannungsaufbau D moll 7 kurz: D-7 mit den Tönen:  D,  F,  A, C Anfangs kannst du noch mit zwei Händen die Akkorde spielen:

Linke Hand:  D mit dem Mittelfinger  und F mit dem Zeigefinger
Rechte Hand: A mit dem Zeigefinger und C mit dem Mittelfinger  
Der zweite Akkord ist der Höhepunkt G7 mit den Tönen: D, F, G, B
Linke Hand bleibt auf D und F               Rechte Hand wandert abwärts zu G und B  Der dritte Akkord ist der Ruheakkord C major 7  kurz: Cj7 mit den Tönen: C, E, G, B Linke Hand wandert abwärts zu C und E, rechte Hand bleibt auf G und B Dieser Akkord wird wiederholt! Harmonisches Gleichgewicht: 2 Teile Spannung und 2 Teile Ruhe

Formen:
D-7 / G7 / Cj7 / Cj7 oder verdoppelt: D-7 / D-7 / G7 / G7 / Cj7 / Cj7 / Cj7 /Cj7 /   Sobald du mit den Tönen und dem Klangbild dieser Akkorde vertraut bist, versuche es mit einer Hand. (verwende: Kleinen Finger, Mittelfinger, Zeigefinger und Daumen – Ringfinger bleibt frei)

Wenn du zb. mit der linken Hand die Akkordfolge spielst, bleibt die rechte frei, um Melodie zu spielen – so wie in Schritt 1, nur dass du diesmal selbst die Begleitung machst.
Nimm die rechte Hand für Melodie aber erst dazu, wenn die Akkordfolge schon einigermaßen automatisiert und in Time funktioniert. Die Akkordfolge mit der rechten Hand gespielt, lässt dir die Möglichkeit, mit der linken Hand Bässe zu spielen.


Drehe die Kl um (vorderseite ohne schwarze Balken) und positioniere sie auf C-dur (hellgrün – Grundton auf C). Im folgenden Bild siehst du die genaue Übertragung des ersten Akkordes (D-7) der ersten Zeile auf die Klaviatur:
linke Hand spielt die Bässe                 rechte Hand den Akkord (enge Lage)


Achte mehr auf die Farben als auf die Tasten, da wir im nächsten Schritt transponieren!    

Gleich wie oben, nur weglassen von Grundton 1 und Quint 5 in der rechten Hand – aufgeteilter Akkord auf zwei Hände – weite Lage:

Die folgende Darstellung zeigt die Übertragung in eine Tabulatur für Klavier, anhand eines Beispiels mit Wechselbass auf  Zählzeit 1 und 3:

                       

Jazzkadenz in C-dur als Bossa Nova:

 

Schritt 4

Transponieren

Nachdem du jetzt mit einer Jazzkadenz in C-dur schon einigermaßen vertraut bist, spiele diese Kadenz in anderen Tonarten. Positioniere die Vorderseite der KL in eine Tonart deiner Wahl.  Spiele alles was du zuvor in C-dur gespielt hast in der neuen Tonart und wechsle  die Tonart dann, wenn du damit schon vertraut bist. 

Schritt 5

Bestimmen der Intervallzahlen bei Akkorden und Skalen   Jeder Ton einer Tonleiter (auch Tonartfremde Töne – dazu später) kann als Grundton gesehen werden und die Intervalle bezogen auf diesen abgelesen werden.
Das verschiebbare Lineal auf der Vorderseite der KL ist dazu zu verwenden. Wenn die Zahl 1 (Grundton oder Prim) auf das hellgrüne Symbol positioniert wird, ergibt das folgende Skala: 1 (Prim), 9 (None), 3 (große Terz – dur), 11 (Quart), 5 (Quinte), 13 (große Sexte),  j7 (große 7 – major7)  – ergibt eine ionische Skala

Bei der letzten Skala (lokrisch) kommt 11 und #11 vor – da die 11 schon besetzt ist, wird die #11 als b5 gesehen. Jetzt stellt sich vielleicht die Frage, was man damit machen kann? Ein gutes Beispiel: Baue einen Akkord auf der VII. Stufe (lokrisch) auf: 1, b3 (moll Terz – moll heißt weich), b5 und b7.
Sehe diesen Akkord als neue II. Stufe einer Kadenz – in diesem Falle eine Mollkadenz. Die ursprünglich VI. Stufe (aeolisch) wird als neue I.Stufe gesehen. Also haben wir einen Mollakkord als neue Tonika (Tonales Zentrum).
Die ehemals III. Stufe (phrygisch) wird zur neuen V. Stufe.
Der neue Verlauf der Kadenz wäre nun:

II-7/b5                                                               V-7                                              I-7      I-7
Die Spannung baut sich auf                  kaum Steigerung                  Ruheakkord

Da an  der V. Stufe ein Mollakkord ist, klingt diese Kadenz langweilig.
Um mehr Spannung in den Verlauf zu bekommen, kann man sich einfach aus einer anderen Skala einen Ton „ausborgen“ – man tut so, als ob an dieser Stelle eine mixolydische Skala wäre und spielt einen Dur Akkord – also in diesem Fall einen Dominant Septakkord. Man spricht von einem künstlichen Leitton, da diese Dur Terz (anstatt der Mollterz) einen Halbtonschritt höher in den Grundton der Tonika aufgelöst werden kann.
Die Mollkadenz mit künstlichem Leitton:

II-7/b5                                                      V7                                       I-7      I-7
Spannung baut sich auf                  starke  Steigerung      Ruheakkord  

Das war jetzt viel Theorie, aber mach dir keinen Stress damit, momentan ist es wichtiger die Kadenz zu spielen und selbst die Erfahrung zu machen – im Anschluss ist das oben geschriebene viel  leichter zu verständlich.   Mollkadenz mit künstlichem Leitton:

 

Du kannst nun alle bisherig verwendeten Möglichkeiten (Wechselbässe plus Akkord, Bossa Nova, Melodien,..) mit der Mollkadenz spielen und auch diese in alle Tonarten transponieren. Bei Melodien klingt es sehr gut, wenn du den künstlichen Leitton am Ende des Taktes der V.Stufe – also auf der Zählzeit 4 oder 4+ spielst und dann am Taktanfang der Tonika (I.Stufe) in den Grundton (1 – orange) auflöst.          

 

 

 

Wordpress Social Share Plugin powered by Ultimatelysocial
Facebook